Wie der Name „symptothermal“ schon sagt, geht es bei dieser Methode um eine Kombination aus der Beobachtung von Symptomen (sympto), also Körperzeichen, und der Temperatur (thermal). Das grenzt die Zahl der fruchtbaren Tage genauer ein, erfordert aber eine sorgfältige Beobachtung und Dokumentation der Anzeichen und Temperatur. Wenn Du NFP mit der symptothermalen Methode machen willst, dann sind spezielle NFP-Zyklustracker hilfreich.
In einer App kannst Du die Ergebnisse gesammelt eintragen. Beobachtet werden die Basaltemperatur, der Zervixschleim oder der Muttermund. Und so funktioniert NFP nach der symptothermalen Methode:
- Jeden Morgen nach dem Aufwachen, aber vor dem Aufstehen, misst Du die Basaltemperatur (Aufwachtemperatur) für mindestens drei Minuten. Die Basaltemperatur steigt nach dem Eisprung um mindestens 0,2 Grad Celsius an und bleibt bis zum Einsetzen der nächsten Periode erhöht. Anhand der wiederholten Temperaturkurven lässt sich dann ungefähr einschätzen, an welchem Tag im Zyklus Dein Eisprung ist.
- Da die Schwankung der Basaltemperatur sehr gering ist, ist ein NFP-Thermometer mit zwei Nachkommastellen hilfreich. NFP-Thermometer messen etwas genauer als übliche Fieberthermometer. Es gibt auch Thermometer, die in der Scheide bleiben und per Bluetooth Messwerte in Apps übertragen. Diese sind aber oft deutlich teurer, da man auch noch für die zugehörige App zahlt.
- Neben der Basaltemperatur wird ein weiteres Merkmal beobachtet. Das kann der Zervixschleim sein, so wie bei der Billings-Methode.
- Alternativ zum Zervixschleim kann der Muttermund beobachtet werden. Er sitzt nach der Menstruation näher am Scheideneingang und ist zu Beginn und Ende des Zyklus eher hart. Das fühlt sich in etwa so fest an wie die Nasenspitze. An den fruchtbaren Tagen liegt er höher in der Scheide und wird weicher. Das fühlt sich dann eher an wie Deine Lippen.
Diese NFP-Methode ist relativ zuverlässig, wenn sie mit einer zertifizierten NFP-Beraterin gelernt wird (nicht staatlich-anerkannte Ausbildung, Beratung in der Regel selbst zu zahlen). Wegen der Zuverlässigkeit wird die Methode auch in der medizinischen Leitlinie „Nicht-hormonelle Empfängnisverhütung“ aufgeführt.
Schichtdienst, Medikamente, Flugreisen, Alkohol, Leistungssport (auch als Hobby) und vieles mehr können Deinen Zyklus beeinflussen. Deswegen ist es wichtig, solche Ereignisse in den Zyklusdokumentationen einzutragen, damit ihre Einflüsse auf den Zyklus erkannt werden können. Auch bei dieser Methode brauchst Du immer Kondome zur Hand, wenn Du verhüten willst und Dir nicht ganz sicher bist, ob Du im fruchtbaren Fenster sein könntest.